Systemische Aufstellungen zu familiären und Beziehungsthemen
Systemische Aufstellungen zu beruflichen Themen und für Teams
Systemische Aufstellungen zu körperlichen Symptomen
Wenn Personen aus dem Familiensystem ausgeschlossen werden, übernehmen oft andere Mitglieder des Systems deren Gefühle oder deren Rolle. Jedes System ist auf Ausgleich bedacht, daher entsteht diese Dynamik.
Ein häufiges Beispiel ist, dass ein Kind von seinen Eltern unbewusst schwere Lasten übernimmt und diese auch als Erwachsene/r trägt. In einer Aufstellung wird diese Übernahme bewusst und die Last kann dorthin zurückgegeben werden, wohin sie gehört. KlientInnen erleben in diesem Prozess eine Befreiung und Erleichterung. Spannend ist die Beobachtung, dass die StellvertreterInnen der Eltern, die die Last zurückbekommen, sich meistens auch erleichtert fühlen, weil ihr Kind das Übernommene nicht mehr tragen muss.
Sehr viele Fragestellungen und Themen lassen sich mit einer Aufstellung gut bearbeiten!
In meinem Blog finden Sie regelmäßig Beispiele von Aufstellungen meiner Klient:innen.
Wenn Sie unsicher sind, ob Ihnen bei Ihrem ganz persönlichen Anliegen eine Aufstellung helfen könnte, dann schreiben Sie mir bitte gerne oder rufen Sie mich an!
"Mach den ersten Schritt im Vertrauen. Du brauchst nicht den ganzen Weg zu sehen. Mach einfach den ersten Schritt."
Martin Luther King jr.
Im beruflichen Beratungskontext geht es oft um den Wunsch nach Hilfe bei anstehenden Entscheidungen. Oder um belastende Konflikte mit Vorgesetzten, KollegInnen oder im Team, für deren Lösung Hilfe gesucht wird.
Auch das Thema der beruflichen Überforderung ist in unserer leistungsorientierten und fordernden Zeit oft sehr präsent.
Ein Klient stand vor der Entscheidung, das eine oder das andere Angebot für einen neuen Job zu wählen. Er hatte seine Gedanken dazu nächtelang im Kopf hin und her gewälzt, er hatte Pro- und Kontra-Listen geschrieben, er hatte darüber mit vertrauten Menschen gesprochen. Immer, wenn er dachte, jetzt hab ich´s, wurde er wieder total unsicher und das Gedankenkarussell begann sich von vorne zu drehen.
Wir haben uns im Gespräch entschieden, dieses Thema verdeckt aufzustellen. Das heißt, die Papierblätter, die für die Stellvertreter aufgelegt wurden, lagen mit der Schrift nach unten am Boden, so dass ich nicht wusste, in welcher Position ich stand.
Es zeigte sich sehr bald, dass meine Rückmeldungen genau das Karussell widerspiegelten, das im Kopf meines Klienten lief.
Wir nahmen dann Ressourcen als Stellvertreter dazu, die der Klient sich als Entscheidungshilfen wünschte. In diesem Fall waren dies Mut, Freiheit und Leichtigkeit.
Das Lösungsbild entwickelte sich sehr rasch, weil sich der Fokus des Klienten plötzlich erweiterte. Er war ganz überrascht, dass es ja nicht nur die beiden Optionen für ihn gab, sondern dass er im Grunde auch die Freiheit hatte, beide abzulehnen. Mut und Leichtigkeit bestärkten ihn darin, sich mit einer Entscheidung die Zeit zu nehmen, die er ganz persönlich für sich und seine Überlegungen brauchte.
Der Klient hat mir später das Feedback gegeben, dass die Aufstellung ihm bewusst gemacht hat, welche Ressourcen er eigentlich zur Verfügung hat, von denen er gar nichts geahnt hatte!
Sandra ist Künstlerin an einer großen Kulturinstitution. Sie machte eine Aufstellung bei mir, weil es ihr an ihrem Arbeitsplatz sehr schlecht ging.
In unserem ersten Gespräch berichtete Sandra von jahrelangem Mobbing, das von allen Ebenen des Hauses bis ganz hinauf an die Spitze der Hierarchie betrieben bzw. geduldet und sogar gedeckt wurde. Mehrere Versuche von Sandra, Gespräche zu suchen, wurden entweder verweigert oder die Gespräche waren eine weitere Demütigung für sie. Sie erfuhr nirgends im Haus Unterstützung.
Sie fühlte sich ausgebrannt und erzählte erschüttert, dass sie ihren Arbeitsplatz nur noch unter Medikamenten betreten konnte. Da sie aber ihre künstlerische Tätigkeit aus ganzem Herzen liebte, wollte sie diese nicht einfach aufgeben und befand sich damit in einem großen Dilemma.
Der Wunsch an die Aufstellung war, mehr Klarheit zu gewinnen, wohin es für sie beruflich weitergehen könnte. Sie hatte das Gefühl, an einer „Wegkreuzung“ zu stehen und erhoffte sich Entscheidungshilfe.
Bei Sandras erster Aufstellung tauchte als Thema schnell ihr Vater auf. Sie erzählte, dass sie schon ihr Leben lang versuchte, von ihrem Vater Zuwendung, Wertschätzung, Lob, Anerkennung und Liebe zu erhalten - leider ergebnislos.
Sandra erinnerte sich plötzlich an viele verletzende und kränkende Situationen in ihrer Kindheit. Nie war sie „gut genug“ gewesen, um ihren Vater zufriedenzustellen. Zusätzlich zu den traumatisierenden Zurückweisungen des Vaters entstand so auch noch ein massives Schuldgefühl. Dauernde Selbstvorwürfe führten zu weiteren Traumatisierungen und zum lebenslangen Versuch, durch noch mehr Leistung und gefälliges Verhalten endlich die positive Zuwendung des Vaters zu erlangen.
Fakt ist, dass manchmal Eltern, aus welchen Gründen auch immer, ihr Kind nicht adäquat lieben können. Fakt ist auch, dass Kinder immer die Schuld dafür bei sich selbst suchen.
Sandra blieb dran und konnte in vielen intensiven Aufstellungen und Gesprächen erkennen, dass sie ein „Muster“ abgespeichert hatte, das auf ihre Kindheitserfahrungen zurückging und dass sich dieses Muster schon öfter in ihrem Leben wiederholt hatte, mit Partnern, Vorgesetzten und Kollegen. Wenn Männer sich abwertend, lieblos, mobbend ihr gegenüber verhielten, fühlte sie sich schuldig und bemühte sich um so mehr, gesehen, geschätzt und geliebt zu werden.
Nach und nach gelang es Sandra mit meiner Unterstützung und Begleitung, die erlittenen Traumata zu erkennen, sie einzuordnen und die abgespaltenen Anteile wieder zu integrieren. Dadurch konnte sie auch schrittweise ihre Erwartungen und ihr Verhalten gegenüber ihren Kolleginnen verändern und damit den Kreislauf der ewigen Wiederholung des Kindheitstraumas endlich verlassen.
Traumatische Erlebnisse können dazu führen, dass wir die damit verbundenen, uns völlig überflutenden Gefühle „abspalten“ und dann keinen bewussten Zugang mehr zu ihnen haben. Das ist eine wichtige seelische Schutzfähigkeit. Durch die Integration abgespaltener, traumatisierter Anteile kann es gut gelingen, sich von dem Belastenden, das wir noch mitschleppen, zu lösen und damit wirklich frei zu werden für das eigene Leben.
Heute lebt Sandra ihre künstlerische Berufung auf vielen unterschiedlichen Ebenen, gibt ihr großes Wissen auch an junge Talente weiter und kann immer mehr darauf vertrauen, dass sie – genauso, wie sie ist – richtig ist! Die wachsende Selbstliebe und Selbstakzeptanz sorgen dafür, dass Sandra auch von außen nicht mehr mit Kränkungen und Verletzungen konfrontiert ist, sondern mit Wertschätzung, Akzeptanz und Liebe!
"Ich habe beschlossen, dass ich den Rest meines Lebens zu der besten Zeit meines Lebens mache."
Die Signale unseres Körpers nehmen wir manchmal deutlicher wahr als die unserer Seele. Sie äußern sich auch deutlicher und oft schmerzhafter.
Wenn sich für länger anhaltende Probleme keine medizinischen Ursachen finden lassen, kann eine Aufstellung dabei helfen, besser zu verstehen, worauf unser Körper aufmerksam machen will.
„Die Migräne begleitet mein Leben. Ich habe mich an sie gewöhnt. Aber langsam glaube ich, dass sie mir etwas sagen will und das würde ich gerne verstehen! Vielleicht hört sie dann ja auf!?“
Mit diesem Satz begann Laura unser erstes Gespräch. Sie wirkte sehr entschlossen und bereit, sich dem Thema zu stellen, auch wenn es vielleicht schmerzhaft für sie sein konnte. Sie betonte das mehrmals, sie wollte die Botschaft – falls es eine gab – verstehen!
Selbstverständlich hatte Laura die Migräne vorher umfassend medizinisch abklären lassen.
Wir besprachen, dass wir vier Positionen aufstellen wollten: Laura, ihren Körper, die Migräne und die Botschaft.
Als ich Laura während der Aufstellung meine Wahrnehmungen auf der Position „Botschaft“ rückmeldete, war für sie sofort klar, dass es da um ihren Opa ging. Ich hatte Angst, Hilflosigkeit und ein starkes Gefühl des Ausgeliefertseins gespürt.
Laura wusste aus Erzählungen ihrer Familie, dass ihr mittlerweile verstorbener Opa aus dem 2. Weltkrieg zwar körperlich unverletzt, jedoch seelisch schwer getroffen nach Hause zurückgekommen war. Er selbst sprach darüber nie, was bei vom Krieg traumatisierten Menschen häufig vorkommt.
Als Kind hatte sie einen Opa erlebt, der ausstrahlte, dass ihm alles zu viel war. Man durfte nichts von ihm wollen, er war immer ernst und sie formulierte „er lebte hinter einer Wand“. Alle in der Familie haben ihn immer geschont und verschont.
Laura hat damals gespürt, dass der Opa etwas Schweres mit sich trägt, und wie Kinder das sehr oft aus Liebe unbewusst machen, hat sie ihm einen Teil dieser Schwere abgenommen und sich selbst aufgeladen.
Oft erlebe ich in Aufstellungen, dass sehr schnell Erleichterung spürbar wird, wenn die Ursachen und Zusammenhänge für etwas bisher Unverständliches klarer werden. So war es auch bei Laura.
Sehr berührt konnte sie mit meiner Begleitung ihrem Opa alles das zurückgeben, was sie aus Liebe bisher für ihn getragen hatte. Ich arbeite dazu sehr gerne mit einem Ritual, in dem ich Laura bat, „das Schwere“ in eine tatsächlich sehr schwere Schüssel hineinzugeben und diese dann ihrem Opa respektvoll zurückzugeben.
Dieser Prozess des Zurückgebens hat eine starke Wirkung für Laura entfaltet, sie konnte plötzlich auch die Liebe von ihrem Opa spüren, die sie sich als Kind so gewünscht hatte.
Bei unserem abschließenden Gespräch sah ich, dass Laura plötzlich stutzte … sie hatte gerade bemerkt, dass ihre jahrelange Begleiterin, die Migräne, verschwunden war!
Laura ist eine jener Klientinnen, die mit den Worten „Das war ein Wunder!“ aus meiner Praxis gegangen sind.
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